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»Geheimnisverrat«
Gott verschließt sich in den Dingen. Pathognostik ist der Aufschluss des göttlichen Dingphantasmas, indem sie das in Krankheit, vor allem in Psychosen die Dinge betreffende Wissen expliziert, dem der Kranke selbst hilflos ausgeliefert ist. Pathognostik ist also Geheimnisverrat wie schon die Krankeit, aber nicht selbstanhaftend wie sie, sondern veräußert als Text.
Dieser Text hermetisiert sich in Unverständlichkeit, um nicht die Rache Gottes wegen des Geheimnisverrates zu provozieren.
Rudolf Heinz verfremdete seine Texte mit Hilfe von Wörterbüchern verschiedener Sprachen (er nannte sie mal seine Schutzgeister), indem er seine Begriffe durch Neologismen ersetzte. (Ich habe einige von ihnen unter dem Titel "Xenismen" zusammengestellt.)
Der Geheimnisverrat findet zunächst in der Krankeit statt, sie ist die Aufkündigung des tautologischen Gebrauchs der Dinge. Insofern ist die Pathognostik der Parasit der Krankheit.
Ein besonderer Geheimnisverrat sind die Exkremente, sie bekunden das Scheitern des oralen Inzest, der gewaltförmigen Assimilation der Nahrung, des nutrimentalen Mutterkörpers: "Die Exkremente nämlich sind wie ein Geheimnisverrat dieser »kriminellen« Innenvorgänge, die ebenso verborgen bleiben sollen, wie man den Nahrungsmitteln, insbesondere den kultiviert aufgemachten, die Schuld, die sie beinhalten, nicht ansehen darf." (PGS II, 20f.)
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