Pathognostische Intellektualität ist eine vermessene Mischung aus wissenschaftlichem Verschluss (Epikalypse) und psychotischer Öffnung (Apokalypse), die dem Aufzuschließenden in einer Ambivalenz von Sarkasmus und Mitleid begegnet.
"Es mag aber gelingen können, einen solchen Begriff von Intellektualität zu tätigen, der in voller Anerkenntnis deren untilgbarer Verschuldung an Psychose (und freilich auch mit unfreiwilliger Konzession deren tatsächlicher Dementiumringung nachgerade) wenigstens seine quasi Selbstgemäßheit erreichte und einnähme. Intellektualität – die hybride Kontamination prozessual von Wissenschaft (dem Verschluß/der Epi-kalypse des göttlichen Dingmysteriums) und Psychose (der Öffnung/Apo-kalypse des nämlichen) – vollzöge sich dann als Paradoxie eines unhaltbaren Dauerwitzes, der sich nimmer entscheiden könnte zwischen letzter Häme und letztem Erbarmen dem Opferarkanum der Dinge, diesem tragisch-komischem Gott des Menschen gegenüber; und der diese Indezision(en) rein in sich selbst hinein abführte als »transversale« unbemächtigende Weilereferenz auf seinen verrückten Comes."
Fortschreibungen zum Problem einer »Psychoanalyse der Sachen«; in: Retro III (1995-2005), 104
Genealogica Bd. 37. Essen: Die Blaue Eule. 2006