In der Perversion ist das Objekt für das Subjekt präsent, also vollständig verfügbar und nicht entzogen. Damit ist auch die Gewalt des Verhältnisses unverhüllt sichtbar.
"Perversionen imponieren dadurch, daß sie das Gewaltverhältnis der entscheidenden Metamorphose der Inzest- in die entsprechende Individuationsfigur als Präsentation der letzteren bloßlegen. Zugleich aktualisieren sie präsentationsgemäß in aller Viskosität den Bezug zur Körperlichkeit des Anderen, des "Sexualobjekts", geben sich derart bezogen, außengeöffnet kund. Diese Grundcharaktere von Perversion verfallen dem Verdikt eines schwerwiegenden Versäumnisses: das Gewaltverhältnis der einschneidenden Metamorphose, gar mit dem verklebt-distanzierenden Griff auf den Anderen begabt, nämlich nicht zu kaschieren. Befragt man dies Verdikt des nähern, so verwirft es die Anmaßung des offenen Pochens auf das Recht der Gewaltumkehrung, die Schuldverleugnung, den Sühnedispens, und spielt sich zur Außenkompensation dieses gravierenden Defizits angeblich humaner Grundkategorien auf."
Die Utopie des Sadismus; in: Die Eule Nr. 3, 30f.
Wuppertal/Düsseldorf. 1980