Symptome sind körperlich anhaftende, korrespondierende Dinge oder Dingkontexte betreffende Symbole. Sie sind keine subjektiv-kontingenten Zutaten zu den Dingen, sondern bezeichnen deren Produktionsmotiv.
"(Sexual)symbole, die eben nicht kontingente und wiederabziehbare subjektiv-ödipale Zutaten zu den als solche dienenden Dingen sind - ebensowenig sind Symptome von dieser, von Symbolen bloß durch Anhaftung unterscheidender Art -, selbst schon deren Gehalte vielmehr das ganze Produktionsmotiv der entsprechenden Dinge ausmachen und also von diesen scheinbar nur entfernt und arbiträr gemacht werden können. Psychopathologie richtet sich demnach nicht wie in der herkömmlichen Psychoanalyse diachronischlebensgeschichtlich-kausal, dagegen synchronisch-Dingumwelt-referent-mimetisch aus (im Sinne eines Aufhebungsverhältnisses jener Ausrichtung in dieser)."
Philosophische Einführung in die Pathognostik; in: Lectiones pathognosticae, 23
Düsseldorf: Psychoanalyse & Philosophie. 1999