Der Mutterkörper ist der primäre Klangkörper, in den wir im Musikgenuss regressiv-phantasmatisch fliehen. Aber nicht, ohne ihn auch disponieren zu wollen mit Hilfe des toten Vaters.
"Wir glauben unterdessen, wenigstens dies schon psychoanalytisch von der Musik zu wissen: daß sie regressiv-akustisch vor dem vollen Anblick des Vater-Dritten ausweicht, bis in die Lautumhülltheit des Mutterleibes flieht, aber doch mittels des dorthin durchaus mitgenommenen unentbundenen Vater-Dritten aktivste mimesis an alle Mutterlaute in eigener Regie leistet. Es ist, wie man meinen könnte, eine mildere Form von Inzest, identisch außerdem mit der christlichen Mythe (Heilige Familie, Opfertod Christi, Dreifaltigkeit), die allein schon durch die avancierteste Musiksyntaktik - die Dur-Moll-Tonalität -, also schon »formal«, sich ihrer selbst ansichtig macht."
Logik und Inzest in: Die Eule Nr. 4, 68
Wuppertal/Düsseldorf. 1980