|
Passagen
Pathognostik \
Pathognostik versus Psychoanalyse
Die Pathognostik ist keine Alternative der Psychoanalyse, sondern ihre Subversion. Das, was die Psychoanalyse auf der Subjektseite zusammengetragen hat (Ödipuskomplex, Narzissmus, Todestrieb), geht auf die Objektivitätsseite über.
Objektivitätswendung der Pathognostik
Pathognostik ist der Titel der vom Autor konzipierten kritischen Psychoanalyse als psychoanalytische Philosophiekritik und philosophische Psychoanalysekritik. (...) Ihre von der herkömmlichen Psychoanalyse abweichende, ihre disparaten Traditionen integrierende Hauptthese lautet, daß die gesamte gesellschaftliche – institutionelle und technologische – Objektivität bereits dasjenige als ihren eigenen Produktionsgrund in sich enthält, was sich, subjektiv angemaßt, dann in Psychopathologie sanktionell symptomatisch offenlegt, innerhalb der traditionellen Psychoanalyse jedoch nicht derart herkünftig geortet werden kann – hier nämlich sind einzig ja die Subjekte 'schuld'. Mit anderen Worten: das synchrone Verhältnis zu den in Symptomen angängigen Objektivitätsausschnitten (wie zum Beispiel in Phobien zum phobischen Objekt) im Sinne deren subjektiver Einbehaltung ist theoretisch wie praktischtherapeutisch innerhalb der Pathognostik zentrale Referenz."
Pathognostische Studien VII, 9
Genealogica Bd. 31. Essen: Die Blaue Eule. 2002
|