Sucht ist der Versuch der Herstellung von Indifferenz über den körperlichen Metabolismus, entspricht so der Normalität als Inbegriff von Indifferenz.
Überfällig also ist die Metabolismus-Gnosis, Stoffwechselphilosophie (gewiß anknüpfbar insbesondere an deren Idealismus-Version, die Hegelsche Dialektitk), patho-gnostisch präziser Suchttheorie. Normalität = das Unbewußte der Sucht selber: Sucht - diese Spitzenkrankheit unserer Epoche - ist entsprechend notorisch die Duplikation der Normalitätsphantasmagorie konsumatorisch erfüllter Indifferenz im Ort der Fühlbarkeit. Freilich gibts dann keine andere Therapieadresse als diese Normalität selber."
Normalgebrauch; in: KAUM. Halbjahresschrift für Pathognostik 4, 109
Wetzlar. Büchse der Pandora. 1987