Sprache ist Repräsentation, also Ersetzung, und Ersetzung ist ein Opfervorgang, eine Tötung. Das Sprach- und Vorstellungsvermögen ist in sich gewaltförmig.
"Probleminbegriff: das Ersetzungswesen, der Re-präsentationscharakter der Sprache; Sprache als memorial, »Totengedächtnis«, und der Vorstellungsvorgang als Opferung, »Tötung«. (...) Diese Vermögen/Instanzen aber sind unabkömmliche Gewaltgrößen. Nicht daß es irgend anders ginge, doch müßte, so meine ich, dieses Gewaltkriterium wie ein memento mori immer mitvollzogen werden, und zwar selbst auch dann, wenn sich dieser Vermögenseinsatz in ihm selber zu verbrauchen und zu erschöpfen scheint."
Zur Drees'schen modifizierten Balintgruppe; in: Pathognostische Studien III, 74
Genealogica Bd. 20. Essen: Die Blaue Eule. 1990