Sexualität als scheiterndes Begehrens nach Absolutheit (Selbstzusammenschluss), stattdessen Vergänglichkeit, Erfahrung von Zeitlichkeit als Verfall.
"... daß Sexualität insgesamt in dieser Perspektive ein humanistisch prekäres Verhältnis zur Zeit einzugehen nicht umhin kann: die unaufhaltsame Ausbreitung des Stigmas von Vergängnis. Kein reines Opfercogito (Arbeitskraftverbrauchsfühlung), kein dinglicher Opferabwurf (totes Arbeitsprodukt); desgleichen aber auch keine reine Opferprämien-Empirie (Konsumtionslust); und zumal dergleichen keine Spiritualitätskulmination, für sich am Tausch festgemacht und erfahren, Apotheose zwar, doch vollends eingelassen zugleich in restlose Sterblichkeit; die außerdem dann auch, ja kulminativ gilt, wenn der sexuelle Sonderfall der Zeugung/Schwangerschaft (Reproduktion menschlichen Lebens) aufkommt; denn das Produkt selbst ja - ein Göttlich/Sterbliches wiederum, und mehr noch zuvor die generationssexuelle Letalität, die sich so besiegelt. »Berührung«, selbstbereinigt und - offenbar, radikale Zeitlichkeit, Insichdispens der Todesursurpation; und ihr ganzer Menschsinn ist ebendies selbst: Mortalität der Fülle der Zeit."
Philosophie der Sexualität; in: Die Eule Nr. 10, 32
Wuppertal/Düsseldorf. 1983
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