Essen, Verdauung und Ausscheidung sind sexuelle Vorgänge, zutiefst inzestuös stigmatisiert als Anderenzerstörung zwecks Selbsterhaltung.
"Zumal der prägenitalen Subsistenzsexualität sei ihre schuldchargierte Todeswürde rückerstattet - sie bleibt ja mitnichten auf infantile Entwicklungsphasen restringiert, setzt sich körperlich bis zum Ende, destruktiv Lebenswege ebnend, fort -, secundum ordinem zuerst der Nutrition, der inzestuösesten aller sexuellen Maßnahmen, todestrieblich-konkretistische 'action directe' der Anderen-Zerstörung als Selbst-Erhaltung (vs. genital-sexuell: imaginär inverse Selbstzerstörung als Anderenerhaltung, aber als die Umkehrung dessen wiederum zugleich: Selbstwahrung im Anderen-Abtritt); und die Entfernung von »Eros« daraus, die orale »Triebentmischung«, liefe auf die Aushungerung der Menschheit hinaus."
Ist der Todestrieb - insbesondere als ein für die psychoanalytische Praxis brauchbares Theorem - zu retten?; in: Pathognostische Studien VIII, 135
Genealogica Bd. 32. Essen: Die Blaue Eule. 2003