Der Traum pariert die Gefährdung des Subjekts durch den letztlich tödlichen Tiefschlaf. Denn in der Tiefe des Schlafs lauert der Tod als inzestuöser Selbstzusammenschluss. Die rettenden Trauminhalte werden produziert von einem heteronomisierten Subjekt nach den Bildungsgesetzen des Unbewussten: Verschiebung, Verdichtung, Rücksicht auf Darstellbarkeit.
"Das anscheinend gefährdete Subjekt, bleibt, nichtsdestotrotz, der - wenngleich vollends heteronomisierte, ja wie gar kontingente - Ersinner der somnial selbstreferentiellen Inszenate, ebenso nach der Maßgabe derselben Ubw-Bildungsgesetzen wie derjenigen der psychoanalytisch klassischen hypostasierten Intersubjektivität - bis dahin, daß der Traum selbst - der »paradoxe Schlaf« - als repräsentantische Abwehr des tiefschlaflich letalinzestuösen Wegschlafens - »unbewußt - höchste Lust« - genug der scheinbar verschobenen Ödipalität?! - nezessitiert."
Rückstände. Späte Texteleidensreparationen, 146
Genealogica Bd. 53. Essen: Die Blaue Eule. 2016