Das Aufwachen aus dem Traum ist der Übergang von Halluzination zur Wahrnehmung von Realität, was ist die Differenz? - Schlaf ist distanzloses Insichsein, er wird aufgebrochen durch den Traum als Blick gegen das Verschwinden im Schlaf. Der Traum geht in Wachen über, wenn zum Traum als Nur-Hören das Sich-selbst-Hören als Sprechen vom Anderen her hinzukommt.
"Differenzkriterium von Wachen versus Schlafen: Sprechen/Sprache. Wie geht die Halluzination von Wahrnehmung/Bewegung in deren Realität über? Wenn immer der Schlaf selbsthypnotisch ist und der Traum der - das Verschwinden in dieser Selbsthypnose aufhaltende - Gegenblick wider das Selbstdouble, so ist das Wachen dadurch charakterisiert, die Hypnosenstimme des Doubles zum Gegensprechen, dem Selbstsein desselben, zu internalisieren. - Hypnotisches Intrauterinitätsmodell: nur-Hören, kein Selbstverlauten. Wachsen des Kinds im Mutterleib wie ein posthypnotischer Auftrag? - Die reale Wahrnehmung/Bewegung wäre demnach Zuspruchseffekt auf der Grundlage der phantasmatischen Hierarchie der hypnotisierten Willfährigkeit: Dinge, Medien, Anderer. Eine Hierarchie, die freilich in sich zugleich invers organisiert ist. Darin die Selbst-Anderen-etc.-Differenz eine Schutzbehauptung der Selbigkeit."
Schlafen - Träumen - Wachen; in: Metastasen, 111
Wien: Passagen Verlag. 1995
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