Pathognostik kritisiert den Subjektivismus der Psychoanalyse. Damit wird das Unbewusste zu einem der Dinge und die Psychoanalyse zur Rationalitätsgenealogie, um den Preis, dass die Dinge und korrespondierend das Selbst nichts Unbedingtes mehr sind.
"Pathognostik ist der (...) Titel des von mir initiierten Versuchs einer zeitgemäßen Fortschreibung der Psychoanalyse. Die Kritikspitze dieses Versuchs richtet sich gegen deren Subjektivismus, der seine Auflösung allererst erfahren kann in der Objektivitätsversetzung des Unbewußten, gleichbedeutend, disziplinär, mit dem Übergang der Psychoanalyse in Rationalitätsgenealogie, also in Philosophie; eine Maßnahme, die nicht zuletzt dadurch erzwungen wird, daß nur um den Preis der Wiedereinrichtung von Unbedingtheiten das Unbewußte nicht koinzidiert mit den Instanzen, von denen es eben ausgenommen sein müßte (das Selbst/die Dinge)."
"Der Platz ist verflucht"; in: Pathognostische Studien I, 68
Genealogica Bd. 10. Essen: Die Blaue Eule. 1986