Die Depotenzierung der Mutter zur Tochter im Vater-Tochter-Inzest, wodurch sie zum Exkrement wird, setzt die Dingproduktion frei. Und dieser Inzest wird der Psychose zugerechnet.
"... daß dem Vater-Tochter-Inzest, dem faktisch üblichsten und als weniger gravierend eingeschätzten, die zweifelhafte Ehre seiner Einstufung als Psychose zuteil wird: es ist die sozusagen verrückteste Inzestart, sofern der Sohn sich selbst nicht nur sein eigener Vater, sein Großvater vielmehr wäre, und nicht zuletzt auch, weil das dem Mutter-Sohn-Inzest zugrundeliegende präkulturell-exkrementale Substrat (inklusive der Selbigkeit des Geburts- und Zeugungsweges, auch des erlaubten Laktationsinzests) im demgegenüber wie vermittlungslos nackten Vater-Tochter-Verhältnis ausfällt. In kreativem Verstande ist die Psychose, der erinnerungslose Traum, freilich der Ort der technischen Produktion, kulminierend in den Waffen - Zeus und Athene for ever. So daß man nunmehr auch wissen könnte, weshalb der Mutter-Sohn-Inzest und nicht der von Vater und Tochter, von dem der Geschwister fast ganz zu schweigen, zuhöchstzutiefst in der Hierarchie der Verdammnis, der Inzesttabus, rangiert - der Ort der Konsumtion bedarf insofern dieses besonderen Schutzes, als ja die Gnostik von Krankheit hier, einzig hier, auszubrechen pflegt."
Traum-Deutungs-Proben; in: Traum - Traum 1999, 272
Wien: Passagen Verlag. 1999