In der männlichen Homosexualität wird körperlich etwas ausgelebt, was als Kern der Seinsverfügung (Ontologie) und des Gesellschaftlichen verborgen bleiben soll.
"Die notorisch höhere Sanktionswürdigkeit männlicher Homosexualität verdankt sich dem Zug der Mannsekstatik ins Mortal-Objektive hinein; wenngleich gewiß nicht (nur) zu recht bei so viel spiritualistisch fliehender Divergenz muß das Paranoia-Herz unseres Seins befürchten, die allererst erfüllte Homosexualität des Mortal-Objektiven durch deren wiederum korporellen Nachträglichkeitsvollzug zu beeinträchtigen - immer noch zuviel der Weibsreminiszenz trotz deren reinster Travestie... Der genital-sexuelle Dissidenz-Inbegriff im Mannslager, Homosexualität, bestände demnach hysterieäquivalent in der travestisch exaktesten Rekorporalisierung der heteron-Adaptation, des Fetischs, dessen konsequenter Einbehaltung/Vorenthaltung; fetischistische Eros-Fühlungsinskription "phobisch" - schonend/vernichtend - mit sexuellem Selbstpostfestum in den entsprechend versierten Mannskörper vis-à-vis, versiert zur Todesvermählung des Samens in die Mutterleichenfaeces, den totesten Vater, hinein."
Philosophie der Sexualität; in: Die Eule Nr. 10, 73f.
Wuppertal/Düsseldorf. 1983