Für eine pathognostische Rationalitätsgenealogie bedarf es unter anderem der Ausweitung der Narzissmusstheorie auf Sexualität und den Verdauungsprozess und die Einbeziehung des Todestriebs als Zusammenhang von Sadismus/Exkrementation und Objektkonstitution.
"Wollte man das ganze Inferno der Vernunft genealogisch nachzeichnen, so bedürfte es im Zusammenhang der Psychoanalyse einschneidender Maßnahmen (...). Diese beständen, mit traditionellen Titeln bezeichnet, in der - anti-mentalistischen, real-metabolischen und re-sexualisierten - Radikalisierung der Narzißmustheorie sowie, engstens damit zusammenhängend, in der Aufnahme der Todestriebhypothese sogleich im Bezug auf – zumal dingliche – gesellschaftliche Objektivität. Um nun in diese Reformdimensionen einzutreten, bedarf es der Ausweitung des sadistischen/zynischen Exkremental-Paradigmas aufs Ganze des menschlichen sterblichen Körpers. Alles was an ihm auf Vergänglichkeit hinweist – und ausnahmslos alles, Sexualität wohl in erster Linie tut dies ja –, ist unter dem rationalistischen Fundamentalanspruch der Selbstautarkie ein Dauerskandal. Der Fluch allen Fleisches, vom Wissen verhängt; das Selbstbewußtsein als der Todestrieb sodann selber."
Zynismus-Diskussion; in: KAUM. Halbjahresschrift für Pathognostik 2, 77
Wetzlar. Büchse der Pandora. 1986
Begriffe: